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Vianden Castle

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Die Grafen von Vianden

Ueber den Ursprung der Herren oder Grafen von Vianden wissen wir nichts. Wir sind überzeugt, dass die Herrschaft sehr alt ist und vielleicht bis in die karolingsche Zeit zurückgeht. Der erste, festgelegte Graf Bertolph von Vianden, der 1090 auftritt. Er gehötre dem mächtigen Geschlecht der Bertholphe oder Bezeline an, die zwichen 966 und 1105 im Moselgau lebten. Sie waren reich begütert und u.a. Besitzer der Burg Hamm an der Prüm und Inhaber der Vogteien der Abtei Prüm. Sie verlegten ihren Wohnsitz, besonders wohl aus Sicherheitsgründen, schon beizeiten nach der Burg Vianden, die viel leichter Verteidigt werden konnte, als das entlegene Hamm, welsches noch heute in einer verschlossenen und schwer zugänglichen Gegend liegt, und wo man im Notfall nur schwer Hilfe bekommen hätte können. Es müsste hierüber ein Akt der Krone bestehen oder bestanden haben, denn Vianden war bis 1264 ein reichsunmittelbares Lehen.
Ab 1124 tritt Graff Fiedrich I. Von Vianden auf ( 1124-1152), möglicherweise der Schwiegersohn des Bertolph. Als sein Bruder wird Gehard von Clerf genannt, der aus dem Hause Sponheim – Starkenburg stammte ; sein Vater war Gerhard I. von Sponheim, Herr von Clerf, der mit seiner Gemahlin Adelheid 1106 die Abtei Hosingen gestiftet hatte. Friedrich, wie auch sein Nachfolger, war Vogt von Prüm und spielte im Erzstift eine gross Rolle, wo er uns 1141 als Stiftsfogt (gegen die Grafen von Luxembourg ) genannt wird.
In der Folge gründeten Viander Söhne, direkt oder indirekt, andere Herrschaften oder lösten andere Familien ab, so Friedrich (1163 – 1175 ) die Herrschaft Salm in den Ardennen die sich alsbald und bis zur französichen Revolution in Sénones in den Vogesen behaupten konnte ; ein anderer Friedrich 1240 die Herrschaft Neuerburg und von dort aus Brandenburg ( Lux.) und von dort aus wiederum die Herschaften Clerf (Lux.), Bolland und Chateau Thirry in Belgien, und schliesslich Heinrich um 1263 Schönecken. Soweit nur die wichtigsten Familien.
Vianden und Neuerburg wurden 1264 und 1271 luxemburgisches Lehen. Letzteres umfasste bis 1795, 60 Dörfer, Zenthöfe und Mühlen. Die Herrschaft Hamm fiel anscheinend wieder an die Sponheimer zurück, wurde aber auch luxemburgisches Lehen ; sie umfasste nur 6 Dörfer. Schönecken umfasste 56 Dörfer 4 Weiler und wurde bereits 1249 luxemburgisches Lehen, um später an Trier verpfändet zu werden. Karl V, als Herzog von Luxemburg, suchte das Pfand einzulösen, was jedoch misslang, da die gesetzlichen Fristen verstrichen waren. Somit verblieben der Grafschaft Vianden bis 1795 nur noch 54 Dörfer.

Unter Graf Heinrich I.(1214-1252) erreichte das Haus Vianden sein grösstes Ansehen- Er war anscheinend auch Vogt des Erzstiftes Trier und spielte mit seinem Bruder Siegfried eine gewisse Rolle am Hofe Keiser Friedrichs II.(1220-1250). Graf Heinrich begegnen wir zum ersten Mal 1226 in Parma, Siegfried bis 1233. Ersterer war mit Margarete von Courtenay, der Tochter des Grafen Pierre von Auxerre ( Kaiser von Konstantinopel von 1217-1219 ) vermählt, einer Urenkelin des Königs Ludwig des Dicken von Frankreich (1108-1137); ihre Mutter war Jolande von Hennegau-Namur. Durch diesen Umstand konnte das Paar 1229 die Erbschaft der Grafschaft Namur antreten, jedoch nur ein knappes Jahrzehnt behaupten. Bemerken wir noch, dass die Mutter des Erzbichofs Konrad von Hochstaden, des ersten Erbauers des Kölner Domes, ein Vianden war; Heinrich der II. von Vianden war von1250-1267 Ertzbischof von Utrecht und erster Bauherr des dortigen Domes.
Philipp I. von Vianden (1252-1273) hatte Marie von Perwez, Tochter des Grafen Godfried von Perwez aus dem Hause Brabant, geheiratet und wurde dort reich begütert. Er nannte sich 1266 Herr von Grimbergen und ab 1267 von Grimbergen – Perwez. Durch diese Heirat leistete er die Interessensnahme der Viandener und später der Nassauer in den Niederlanden ein. Sein Sohn Godfried I. (1270-1310), führte zuerst das ursprüngliche Viandener Wappen, ein rotes Schildchen in silbernem Felde, nahm aber ab 1278 das Wappen seiner Mutter an, einen sielbernen Balken im roten Feld. Die Nebenlinien haben in dessen das erste Wappen beibehalten und änderten nur die Farbe.
Philipp II. von Vianden (1306-1315/16) hinterlies bei seinem Tode wenigstens 4 minderjährige Kinder; sein Schwager, Graf Gerhard von Jülich, wird bis 1324 als deren Vormund erwähnt. Adelheid von Vianden (1310-1376), die Erbin Philipps II.,ehelichte an 23 Dezember 1331 den Grafen Otto II. von Nassau-Dillenburg, deren Enkel Engelbert I. von Nassau schliesslich Herr in Vianden werden sollte. Heinrich II. von Vianden (1313-1337), ein Sohn Philip II. und Bruder von Adelheid, hatte mit Marie Flandrine von Dampierre nur eine Tochter, Marie von Vianden , die am 25 Juli 1348 den Grafen Simon III. von Sponheim heiratete. Von ihren Kindern blieb nur eine Tochter, Elisabeht von Sponheim –Vianden, am Leben (1365-1417). Sie heiratete in erster Ehe Engelbert III. von der Marck-Sedan, der 1391 kinderlos starb. In zweiter Ehe verband sich Elisabeht mit dem Herzog Ruprecht-Pepin von Bayern, Pfalzgraf am Rhein, der ebenfalls kinderlos 1397 starb. Im Witwenstand geblieben, vermachte die Erbin von Vianden, die Graffschaft ihrem Vetter Engelbert I. von Nassau-Dillenburg . Seit diesem Jahr ist Vianden, von einigen Unterbrechungen abgesehen, bis 1885 im Besitze der ottonischen Linie der Nassauer(Oranien – Nassau) geblieben, und seither bei der walramischen Linie, dem Grossherzoglichen Hause von Luxemburg.
Wir müssen noch hervorheben, dass nach dem Tode Heinrich III. von Nassau-Vianden, dessen Sohn Rene von Nassau 1538 dessen Erbe antrat. Dieser hatte aber bereits im Jahre 1530 durch seine Mutter Claudine von Chalon und von deren Bruder den Titel des Prinzen von Oranien geerbt. Seitherfinden wir zuerst den Familiennamen Nassau von Oranien und seit 17.Jh. nurmehr Oranien-Nassau-Vianden. Weiterhin stellen wir fest, und das im Gegensatz zu gewissen touristischen Schriften, dass das Schloss Vianden nicht die Wiege der Oranien-Nassau ist, sodern die der Grafen von Vianden, und dass es durch Erbschaft an die Oranien - Nassau gelangt ist. Die Hauptstadt der Herrschaft Oranien war immer die Stadt Orange nördlich von Avignon, die erst 1673 französich geworden ist. Endlich wäre zu sagen, dass es niemals eine Familie von Oranien gegeben hat, denn der Titel "Prinz" war ursprünglich nur ein Verwaltungstitel und bedeutete "principes aurasicenses" und oder "principes imperii". Er wurde nacheinander von Mitgliedern der Familien von Adhémar, Montpellier, Baux und Chalon getragen. Die Nasauer hingegen stammen von der Laurenburg an der Lahn (späterer Sitz: Burg Nassau an der Lahn unweit Bad Ems) ab.

Quelle: Die Hofburg Vianden (J.P.Koltz)